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Wie bereits in der kurzen Mitteilung zur Verhinderung der Lorenz-Skulptur angekündigt, folgt nun noch ein ausführlicherer Text, der sich hauptsächlich mit der auf die Verhinderung folgenden Debatte in der Dülmener Zeitung beschäftigt. Die betreffenden Artikel sind in den Fußnoten verlinkt und die Begründung unserer Kritik an der Skulptur findet sich in unserem Brief, der ebenfalls auf dem Blog dokumentiert ist.
Wir wollen nun aber eben nicht dabei stehen bleiben nur den Plan der Skulptur und die darauf folgende Debatte zu kritisieren, sondern mit diesem Text einen Ausblick darauf bieten, inwiefern die Dülmener Situation beispielhaft für Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur in Deutschland ist.
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Hiermit dokumentieren wir einen Brief, den wir am Sonntag den 17. Mai an die Verantwortlichen für den Plan eine Skulptur zu Ehren Konrad Lorenz’ in Buldern aufzustellen versandten.
Wir kritisieren die geplante Skulptur scharf, da sie sich unreflektiert auf einen Mann bezieht, der eindeutig der nationalsozialistischen Ideologie anhing und sich aktiv an der rassistischen Politik der Nazis beteiligte. Für uns ist es nicht haltbar, dass ein solcher Rassist in einer Skulptur gewürdigt werden soll.
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Die Konsequenzen ziehen: Deutschland auflösen!
Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 8. Mai 2009 in Köln
Am 8. Mai gedenken wir aller Opfer des deutschen Vernichtungswahnes, der Jüdinnen und Juden, der Roma und Sinti, der ZwangsarbeiterInnen, der Kriegsgefangenen, der „behinderten“ Menschen, der Homosexuellen, KommunistInnen, Freigeister, der Arbeits- und Kriegsdienstverweigerer und allen Opfern des Vernichtungskrieges der Deutschen. Wir gedenken Antifaschistinnen und Antifaschisten dieser Erde, die im Kampf gegen die Deutschen und ihre Verbündeten ihr Leben gaben. Wir danken denen, die in diesem Kampf Gefahren auf sich nahmen. Wir danken auch den Alliierten für die Niederwerfung des Nationalsozialismus. Die Zerschlagung Nazi-Deutschlands durch die Alliierten war und bleibt richtig und wichtig!
Die Verhältnisse, die den deutschen Wahn möglich machten, sind keineswegs überwunden. Die völkische Ideologie und die postnazistischen Sozialpakte leben fort. Ein Umschlagen des Kapitalverhältnisses in die Barbarei bleibt in Deutschland und anderes wo solange denkbar, wie das Leben der Menschen von Staat und Kapital, Fetischismus und Ideologien bestimmt und strukturiert wird.
Antifaschistische Demonstration
08.05.2009 | 19.00 Uhr | Köln Hauptbahnhof
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Nachdem wir für unsere Soli-Aktion für das versetzt in Münster und der zugehörigen Pressemittelung auf unserem Blog kritisiert wurden, setzte bei uns eine Phase der Reflexion und Selbstkritik ein. In dieser Phase wurden der Begriff des „Freiraums“ ebenso wie unsere Aktion und unsere Motivation dazu kritisch hinterfragt.
Die folgenden Punkte stellen die Ergebnisse dieses Prozesses innerhalb unserer Gruppe dar:
- Zur Kritik sollte auch immer die Selbstkritik gehören. Einzelpersonen und erstrecht politische Gruppen sollten jederzeit dazu bereit sein, eigene Positionen, Aktionen, Äußerungen kritisch zu hinterfragen und die ihnen innewohnenden Fehler erkennen.
- Der Begriff des Freiraums, wie er in unserer Pressemitteilung zum Versetzt verwendet wird, ist falsch. Er erzeugt den Eindruck bei Räumlichkeiten, wie dem versetzt, handele es sich um Räume in denen die kapitalistische Logik samt ihrer Folgen nicht gelte. Dieser Denkfehler kann leicht dazu führen, dass der Kampf um „Freiräume“ davon ablenkt das falsche Ganze tatsächlich zu verändern: Der Fokus lenkt sich auf das Schaffen und den Erhalt vermeintlicher „Freiräume“ und mensch verliert die Veränderung der gesellschaftlichen Zustände aus den Augen.
- Insofern kann es als Fehler gesehen werden, sich zu sehr darauf zu versteifen diese Räume, die ja eben keine Freiräume sind, zu verteidigen. Dies kann auch in Münster so gesehen werden, da ja neben dem versetzt auch andere Räumlichkeiten existieren, in denen sich politische Gruppen treffen und organisieren können. Es erscheint uns daher durchaus legitim zu äußern, dass das versetzt nicht zwingend notwendig ist für Münster.
- Nichts desto trotz fühlen wir uns dem versetzt verbunden. Uns als Einzelpersonen (vor der Gründung dieser Gruppe) diente das versetzt immer als einziger Anlaufpunkt in Münster, einige von uns wurden von dort aus bei Problemen gut unterstützt. Aus dieser Tatsache ergibt sich unsere Solidarität für das versetzt.
Wir erkennen somit auf der einen Seite unsere Fehler besonders im Hinblick auf den von uns unkritisch verwendeten Begriff „Freiraum“ an und distanzieren uns von der damit verbunden Pressemitteilung, die allerdings zur Dokumentation hier weiter öffentlich bleiben wird. Andererseits fühlen wir uns dem versetzt aus persönlichen Erfahrungen heraus weiter verbunden, selbst wenn es wohl (nach unserer Neupositionierung in dieser Sache) politisch einige Differenzen geben wird.
Für die Zukunft ist geplant nach weiteren Überlegungen einen Text zu Besetzungen und sozialen Zentren zu verfassen, in dem unsere Position deutlich gemacht wird. Wenn seitens anderer Gruppen oder Einzelpersonen Interesse am gemeinsamen Verfassen einer solchen Position besteht, würden wir uns darüber sehr freuen.
AYD
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Es ist mal wieder soweit: Kein Thema dominiert die Berichterstattung der letzten Tage in den deutschen Medien so, wie die aktuelle Lage im Nahen Osten. Doch der Krieg an sich kann es nicht sein, der dieses große mediale Interesse auf sich zieht und Zehntausende, – allen voran arabische Verbände, IslamistInnen, antiimperialistische Linke, türkische FaschistInnen und Neonazis – , auf die Straßen treibt. Denn wenn es den dort versammelten „FriedensfreundInnen“ um das Elend des Krieges an sich ginge, müsste es noch viel größere Demonstrationen gegen den brutalen Krieg im Kongo, der laut Aussage des „International Rescue Committee“ seit 1998 bereits 5,4 Mio. Todesopfer forderte, oder gegen den Krieg des islamistischen sudanesischen Regimes in Darfur (mindestens 400.000 Todesopfer) geben. An dieser Stelle soll nicht der perverse Versuch gemacht werden, Opfer von militärischen Auseinandersetzungen gegeneinander aufzurechnen, doch die genannten Opferzahlen verweisen auf eins: Es scheint vor allem eine militärische Intervention Israels zu sein, welche weltweite Empörung hervorruft.
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Gespeichert unter: Texte | Schlagworte: Antifa-Gruppen, deutsch, deutschland, faschismus, holocaust, nationalsozialismus, ns
Bei der Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden deutschen Herrschaft zwischen 1933 und 1945 und dem Holocaust als deren Folge tauchen immer wieder die beiden Begriffe „Faschismus“ und „Nationalsozialismus“ auf. Ein Unterschied dieser beiden Begriffe ist im Kontext der Verwendung meist nicht zu erkennen, eigentlich aber durchaus vorhanden. Genau um diesen Unterschied, und die Frage welcher Begriff sich für eine angemessene Bezeichnung der Zustände im „Dritten Reich“ eignet, soll es hier gehen. Dabei ist nicht das Ziel die beiden Begriffe detailliert zu definieren, dies ist – vor allem beim Faschismusbegriff – eine zu komplexe Angelegenheit, als, dass sie in einem solchen Text zu bewältigen wäre.
